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Gründe für den Fachkräftemangel ausländischer Pflegekräfte, trotz Vorteilen

Obwohl dringend Personal benötigt wird, fehlt es im Pflegebereich auf allen Ebenen. Vor allem in der Altersversorgung oder bei Krankheitsbildern wie Krebs ist es daher angebracht, einen näheren Blick auf die Hintergründe zu werfen.

Waren vor einigen Jahren, die Gründe noch eher wirtschaftlich ineffektiver Natur, legt die Bundesregierung heute genau dieses Manko als Grund dafür dar, dass dieser Mangel entstehen konnte. Einer Bertelsmann-Studie zufolge gibt es prozentual zu wenige Fachkräfte aus dem Ausland. Bei Polen, welches bei etwa 19 % liegt, sind es hauptsächlich Ärzte, dicht gefolgt von Kroatien, welches bei etwa 16 % liegt. Die Hemmschwelle bei der Rekrutierung ausländischer Kräfte seien laut Studie die Kosten und die Aufwendung sowie die bürokratischen Hürden. Auch mangelnde Anerkennung der Qualifikationen und Schwierigkeiten bei der Einwanderung aus Drittstaaten zählen zu den Kriterien.

Als weiterer Grund, wird mangelnde Kommunikation genannt. Wobei gerade diese keine Hindernisse darstellen dürfte. In Kroatien wird beispielsweise als erstes Fremdsprachenfach Deutsch gelehrt. Daher ist dieser Grund wohl eher eine Ausrede auf der Basis, mangelnden Vertrauens in die Fähigkeiten, was die Diskussion zur Anerkennung der Qualifikation bringt. Wie man es dreht, obwohl der Mangel an Fachkräften ein allgegenwärtiges Problem darstellt, wird keine Abhilfe geschaffen.

Paradies für alte Menschen

Gleichzeitig werden Seniorenheime, vor allem in Kroatien, immer beliebter. Zum einen sind es wohl die Umgebung, die Küche und die Gastfreundschaft der Kroaten, zum anderen stimmt das Preis-Leistungsverhältnis überein. Die Einrichtungen sind hochmodern und auf alle passenden Pflegestufen eingestellt – von der ärztlichen Betreuung durch einen deutschsprachigen Arzt, bis hin zur medizinischen Topversorgung. Die Kosten fallen außerdem geringer aus in Deutschland, weshalb immer mehr Deutsche, die Pflege in Kroatien lieber in Anspruch nehmen als die Versorgung in Deutschland.

Ein oder Zweibettzimmer stehen ganz nach individuellem Wunsch für die Patienten zur Verfügung. Meist ist jedes Zimmer mit vollautomatischen Pflegebetten ausgestattet. Des Weiteren gibt es ebenfalls in allen Zimmern einen deutschen Satellitenfernseh-, Telefon- und Internetanschluss. Auch das meist milde Mittelmeerklima dürfte bei der Wahl deutlich für Kroatien sprechen.

Ein Ausweg aus dem Dilemma

Lässt man die bürokratischen Felsbrocken und die mangelnde Anerkennung sowie auch das nicht gerade kleine Konkurrenzdenken beiseite, könnte eine Zusammenarbeit in diesem Fall tatsächlich Wunder wirken. Letzten Endes geht es doch nicht um Profit und Konkurrenz, sondern um das Wohl und die Gesundheit der Menschen. Überall auf der Welt gibt es Krankheiten, alte und pflegebedürftige Menschen. Wäre es da nicht wesentlich sinnvoller, ein gemeinsames Ziel zu verfolgen? Anstatt gegeneinander zu wetteifern, wäre es angebracht sich zusammenzutun und voneinander zu lernen. Der Mangel an Pflegepersonal könnte mit dem Anwerben von Fachkräften behoben werden. Die immer voller werdenden Pflegeheime mit Fachkräftemangel in Deutschland, könnten von der kroatischen Freundlichkeit profitieren.

Des Weiteren müssten die Krankenkassen ihre Flexibilität erhöhen, um auch Vollzeitpflege in schwierigen Fällen ausgleichen zu können. Die Kroaten haben auf diesem Gebiet bereits einen gewaltigen Fortschritt erzielt, an dem sich deutsche Krankenkassen ein Beispiel nehmen könnten.

24h Pflege in 24 Stunden Pflege on Juli 29 2017 » Comments are closed.